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Musik, Raum und Klang

 

Raumkonstellationen brauchen Übung

Wie zum Beispiel bei einem der letzten Konzerte des Chores, betitelt mit „Beyond the Spheres“. Dabei ging es um interstellare und sphärische Klangfarben – und zwar mit Werken von Hildegard von Bingen über Maurice Ravel bis hin zu Jonathan Dove.

Die Musik zu proben ist die eine Sache – doch für die unterschiedlichen Raumkonstellationen muss man auch genug Zeit einplanen: „Es muss ja immer eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Das braucht sehr viel Vorbereitungszeit. Alle Wege müssen einmal gegangen werden. Wir haben hier in St. Lukas sehr knarzige Böden auf den Emporen. Da muss man auch ein bisschen wissen, auf welche Dielen man treten kann und welche nicht.“

Beim Konzert „Beyond the Spheres“ haben sich außerdem die Lichtverhältnisse geändert. „Das Publikum saß beim ersten Stück komplett im Dunkeln. Die Musik ging los – und der Chor hat an einer unvorhergesehenen Stelle angefangen zu singen. Wenn es um einen herum dunkel ist, nimmt man viele Geräusche und Klänge viel intensiver wahr. Im Verlauf des Konzertes ist es dann peu à peu immer heller geworden. Das ganze Konzert hat die Leute zu Tränen gerührt. Das ist schon etwas, wo man sagt: Es ist toll, dass man die Leute so erreicht hat und sie wirklich auch beseelt nach Hause gehen und wirklich einen schönen Abend hatten.“

Tobias Frank

Die Raumkonzepte entwirft Tobias Frank nicht alleine – er bekommt Hilfe aus dem Chor. Christiane Wolf-Schweiz hat schon mit dem Vorgänger von Tobias Frank zusammen gearbeitet: Gemeinsam mit Gerd Kötter hat sie bereits vor 15 Jahren begonnen, Klang- und Lichtinstallationen in St. Lukas einzubringen.

So kommen auch Menschen in die Kirche, die sich vielleicht gar nicht von der Musik angezogen fühlen – aber umso mehr von Licht- und Klangerlebnissen: Klassische Kirchenmusik mit neuem Gesicht.

 
Fotos: Uta Kellermann, AVISIO

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